Mai 21 2011

Jul 22 2010
Christophorussonntag 201
Liebe Freunde,
am 25. Juli 2010 ist wieder Christophorus-Sonntag. Wie Ihr am Plakat ersehen könnt, steht die Christophorus-Aktion 2010 im Zeichen eines Kreuzchens. Wir haben 60.000 solcher Kreuzchen aus dem Süd-Sudan kommen lassen, um sie an die vielen Autofahrer zu verteilen, die am Christophorus-Sonntag ihre Solidarität mit den Kirchen des Südens zum Ausdruck bringen.
Mit den Kreuzchen hat es eine besondere Geschichte. Der Combonimissionar Erich Fischnaller aus Mühlbach arbeitet seit über fünf Jahren im Süd-Sudan. Das Land ist nach einem 20-jährigen Bürgerkrieg völlig zerstört. Fast alle Menschen sind geflüchtet und kehren nach dem Friedensabkommen wieder in den Süd-Sudan zurück. Diesen Menschen gilt es jetzt besonders zu helfen.
Br. Erich versucht vor allem, den Leuten Arbeit zu geben. Er hat deshalb Werkstätten aufgebaut und eingerichtet, in denen Jugendliche als Tischler, Schlosser oder Maurer ausgebildet werden. Dazu gibt es eine Gruppe von Frauen, die das Weberhandwerk erlernt hat, Kerzen zieht und aus getrockneten Bambusblättern Kunstkarten herstellt.
Das Missionsamt Bozen hat bei der Frauengruppe 60.000 Kreuzchen für die heurige Christophorusaktion bestellt. Für die Frauen ist das ein Großauftrag, mit dessen Erlös sie eine gute Zeit lang den Unterhalt für ihre Familien bestreiten können. Die Kreuzchen der Christophorusaktion geben damit Familien im Süd-Sudan neue Hoffnung. Gleichzeitig erinnern sie uns an die Leiden der Menschen in den armen Ländern der Welt und machen uns solidarisch.
Die katholische Männerbewegung hat sich lobenswerterweise bereit erklärt, die Christophorus-Aktion mitzutragen. Die KMB teilt die Überzeugung, dass durch diese Aktion das missionarische Bewusstsein unserer Gemeinden und die Sensibilität der Menschen für die Nöte der armen Länder gestärkt werden.
Durch das Teilen von Mobilität mit den Boten des Evangeliums werden wir selbst missionarisch und unterstützen gleichzeitig die Solidaritätsarbeit unserer Missionare mit den Armen.
Der ganze Mensch steht im Mittelpunkt der Mission. Durch die Unterstützung der Missionsarbeit der Kirche tragen wir also zur Förderung des ganzen Menschen bei.
Dadurch erfahren wir auch, wie sehr das Gebot der Nächstenliebe die Ehrfurcht vor der Würde eines jeden Menschen erfordert.
Der Christophorus-Sonntag ist dem heiligen Christophorus, dem Patron der Autofahrer, gewidmet.
Die gute Tradition, an diesem Tag um seinen Schutz zu beten und an die Verantwortung am Steuer zu denken, hat auch ein Anderes bewusst gemacht: unsere Verantwortung beim Verbrauch von Energie und Mobilität ist Teil unserer Weltverantwortung.
Wir danken der KMB für die Bereitschaft, die Christophorus-Aktion besser bekannt zu machen und für sie zu werben.
Am 25. Juli 2010 werden nämlich in allen Pfarreien Vertreter der KMB die Christophorus-Aktion vorstellen und die Kreuzchen, die Bildchen, die Aufkleber und Faltblätter verteilen.
Dabei werden sie um eine Spende bitten, etwa um einen Euro für 1000 unfallfrei gefahrene Kilometer, als Dank für allen Schutz im Straßenverkehr unseres Alltags.
Die Kreuzchen können im jeweiligen Dekanat abgeholt werden. Das zur Ansicht beigelegte Material wartet im Missionsamt auf Euch.
Mit herzlichen Grüßen
und Wünschen für eine gute Arbeit
Robert Anhof
Amtsleiter
Bozen, 30. Juni 2010
Jul 22 2010
Anregungen für eine Predigt
A) Gebräuche und Gewohnheiten
a) An den Außenwänden von alten Kirchen Südtirols finden sich häufig große, von weitem sichtbare Darstellungen des heiligen Christophorus. Im Mittelalter galt die Meinung: Einmal am Tag den hl. Christophorus sehen bringt Schutz vor Unfall und Gefahren. Heute findet man Darstellungen dieses Straßenheiligen als Plakette am Armaturenbrett oder als Anhänger am Autoschlüssel. Mit den großen Darstellungen der Vergangenheit wie den kleinen Plaketten und Anhängern der Gegenwart wurden und werden wohl auch Gedanken der Magie verbunden sein. Aber das ist sicher nicht die Idee, die dahintersteckt.
b) Christophorus ist der Patron der Reisenden, der „Menschen unterwegs“. Die großen Fesken an den Außenwänden der Kirchen sollten einst die Reisenden an die Gefahren erinnern, denen sie ausgesetzt waren, und daran, wie zerbrechlich menschliches Leben ist.
Wer heutzutage eine Christophorus-Plakette ans Armaturenbrett klebt oder einen entsprechenden Anhänger am Schlüsselbund hat, kann das als stete Mahnung ansehen, sich auch im Verkehr als Christ zu betragen und rücksichtsvoll sich selbst und dem Leben anderer gegenüber zu fahren, aber auch als Mahnung, wie gefährdet das eigene Leben auf den Straßen ist.
B) Die Legende
Was kann man heute mit der legendenumwobenen Figur des hl. Christophorus verbinden?
Der Legende nach hat er nur dem Mächtigsten dienen wollen. Am Ende bittet ihn ein Kind, es ans andere Ufer zu bringen.
Die Legende endet mit den Schlüsselsätzen: „Kind, ich habe große Angst gehabt, du wurdest mir so schwer, dass ich glaubte, ich hätte die ganze Welt auf den Schultern,“ sagt Christophorus, als er das Kind nach mühsamem Übergang am anderen Ufer absetzt.
Die Antwort des Kindes: „Du hast nicht nur die Welt getragen, sondern auch den Sohn Gottes.“
a) Ein „Christentum light“ gibt es nicht, den christlichen Glauben kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen – das Kind wird schwerer und schwerer. Der Glaube verlangt Konsequenz im praktischen Leben, die auch manchmal schwer werden kann. Das kann auch dazu führen, dass man, wie Christophorus beim Durchschreiten des Flusses, selber fast nicht mehr glaubt, eine Situation durchzustehen. – Das „Leben“, die Umstände, Leid, Krankheit können wie stürmische Fluten empfunden werden, die einen aus der Verankerung (Ehe, Familie, Glauben) reißen können.
b) Den Satz, „Du hast nicht nur die Welt getragen, sondern den Sohn Gottes“, kann man auch umdrehen: „Du hast nicht nur den Sohn Gottes getragen, sondern die Welt.“ – Wer immer sich auf den Sohn Gottes einlässt, ihn „trägt“, übernimmt Verantwortung für die Menschen, für die Christus sich geopfert hat, trägt so „die Welt“ mit. Eine Kirche, die nur sich selber kennt, ist nicht die Kirche Christi.
c) In diesem Zusammenhang liegt es nahe, als Reisender, speziell als Autofahrer oder Autofahrerin an die Menschen zu denken, die unter ungleich schwierigeren Bedingungen reisen und Auto fahren müssen, etwa auf den Straßen der Länder des Südens. Ein Zeichen der Solidarität mit ihnen kann das Christophorus-Opfer sein: 1 Euro für 1000 unfallfrei gefahrene Kilometer!
Fürbitten zum Christophorus-Tag
Herr, unser Gott, wie in keiner Zeit zuvor sind wir heutzutage, gerade in der Ferien- und Urlaubszeit, unterwegs und damit auch vielen Gefahren ausgesetzt. Vereint mit dem hl. Christophorus bitten wir dich:
- Für die vielen Reisenden, die in diesen Tagen und Wochen die Straßen unseres Landes bevölkern: Herr, schärfe ihr Gewissen, dass sie sich stets der Verantwortung bewusst sind, die sie für ihre Mitreisenden und für die anderen Verkehrsteilnehmer tragen.
- Für die Frauen und Männer der Sicherheitskräfte, der Feuerwehren und verschiedenen Hilfsorganisationen, die in der Urlaubszeit Dienst tun: Herr, hilf ihnen, dass sie auch in schwierigen Situationen die Ruhe bewahren und alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zum Wohl ihrer Mitmenschen ausschöpfen können.
- Für alle die, die ihre Ferien und ihren Urlaub in anderen Ländern und Kontinenten verbringen: Herr, mach’ sie hellhörig und sensibel für die Sitten und Gebräuche, für Kultur und Religion ihrer Gastgeber.
- Für die Menschen im Südsudan, die zum heurigen Christophorus-Tag für uns kleine Kreuze angefertigt haben: Herr, stärke sie in ihrem Bemühen, einen eigenen Staat aufzubauen und in Frieden und Sicherheit miteinander zu leben.
- Für uns alle, die wir tagein tagaus die Verkehrsmittel benützen, die uns die moderne Technik zur Verfügung stellt: Herr, lass uns nie vergessen, dass auch im Verkehr das Gebot der Nächstenliebe seine Gültigkeit hat.
- Für die Opfer von Verkehrsunfällen und für alle unsere Toten: Herr, lass sie für immer in deiner schützenden Hand geborgen sein.
Guter Gott, wie der hl. Christophorus in seiner Zeit sind wir berufen, Christus in unserer Zeit zu tragen und zu bezeugen. Steh uns bei, dass wir nicht müde werden, dieser unserer Berufung auch in schwierigen Situationen treu zu bleiben. Darum bitten wir durch ihn, Christus unsern Herrn. Amen.
Segensgebet
Durch unsern Herrn Jesus Christus ist das Kreuz, das Zeichen des Leides und des Todes, für uns zum Heilszeichen geworden. Der Herr segne Euch alle, die ihr diese Kreuze tragen oder in Euren Fahrzeugen vor Augen haben werdet. Amen.
Wie die Balken dieser Zeichen des Heils sich kreuzen, so kreuzen sich unsere menschlichen Wege. Der Herr erfülle alle mit seiner Gnade, die Eure Wege kreuzen oder ein Stück des Weges mit Euch gehen. Amen.
Menschen im fernen Afrika haben diese Kreuze gefertigt. Der Herr lasse sie und Euch alle sein Heil erfahren. Amen.
So segne Gott, der Herr, diese Kreuze und alle, die sie tragen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.